9. Waldbesitzerinnentag am Weißenstein

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Waldbesitzerinnentag Stammbach2In diesem Jahr waren wir im Wald der Marktgemeinde Stammbach zu Gast. Unter dem Motto "Erfolgreich mit Mischwald … Facetten einer naturnahen Waldbewirtschaftung“ ging es um die Risiken beim Fichtenanbau im Hinblick auf die Klimaerwärmung und über Möglichkeiten wie unsere Wälder langfristig gesund erhalten werden können.

 

Eklogit am Weißenstein - selten, hart und nährstoffreich

Am Vormittag ging es um die besondere Geologie am Weißenstein. Daniela Kreuzer erklärte den Waldbesitzerinnen wie der Eklogit im Erdaltertum unter sehr hohen Druck und Temperaturen in 50 km Tiefe entstanden ist. Durch Verwitterung haben sich dort nährstoffreiche Waldböden entwickelt, auf denen fast alle Baumarten problemlos wachsen können. Bei Stammbach gibt es das größte Eklogit-Vorkommen der Erde. Das Gestein ist extrem schwer und witterungsbeständig, es hat eine außergewöhnliche rot, grüne Färbung. Auf Grund seiner Seltenheit ist der Abbau nicht mehr erlaubt.

 

Strategien zur Risikominimierung beim Fichtenanbau

Nina Ledermüller, Försterin am AELF, stellte verschiedene Szenarien vor wie sich die Klimaerwärmung auf unsere Wälder auswirken könnten. Bei nur 2 Grad Temperaturanstieg würden im Jahr 2100 Verhältnisse herrschen wie derzeit in der Würzburger Gegend. Für die Fichte steigt dann das Risiko des vorzeitigen Absterbens deutlich an. Einen kleinen Vorgeschmack haben wir in diesem Jahr erlebt. Zu den bereits sichtbaren Folgeschäden zählt der Borkenkäferbefall, der momentan vereinzelt vor allem auf trockenen Kuppen zu sehen ist, noch unsichtbare Folgen sind z.B. Feinwurzelschäden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Zuwachsverlusten und erhöhter Anfälligkeit in den nächsten Jahren führen werden.

Bei dem Vortrag von Daniela Kreuzer ging es um Strategien wie das Risiko in Fichtenwäldern deutlich gesenkt werden kann, damit die Fichte als „Brotbaumart“ auch in Zukunft in größeren Umfang in unseren Wäldern zu finden sein wird. Dazu ist es wichtig mindestens 10-20% Mischbaumarten zu beteiligen. Bewährt haben sich bei den Nadelbaumarten Tanne, Lärche, Kiefer, Douglasie. Sie wirken wie stabile Bodenanker als Ergänzung zur flachwurzelnden Fichte. Die Laubbäume dienen nicht nur als Sturmschutz, sie wirken sich auch positiv auf das Wachstum der Fichte aus. Eiche, Tanne, Bergahorn, etc. wirken wie ein natürlicher Dünger, weil sie Sie mit ihren tiefen Wurzeln an Nährstoffe im Boden kommen, die die Fichte längst nicht mehr erreichen kann und transportieren diese über den Laubeintrag wieder an die Erdoberfläche.

Ein zweiter sehr wichtige Punkt zur Risikominimierung sind die regelmäßigen Durchforstungen nach dem Grundsatz „früh, mäßig, oft“, die Frau Kreuzer den Waldbesitzerinnen dringend ans Herz legte. Eine naturnahe Waldbewirtschaftung ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern sie lohnt sich auch, die Holzeinnahmen aus einem Mischwald entsprechen denen eines Fichtenreinbestandes, finanziell gibt es also keine Nachteile für die Waldbesitzer“.

 

Die Marktgemeinde Stammbach setzt auf Mischwald 

Waldbesitzerinnentag Stammbach3Nachmittags führte der zuständige Revierleiter vom AELF, Albrecht Roth, die Damen durch den Wald der Marktgemeinde Stammbach. Die Risikominimierung war im Gemeindewald spätestens nach dem Orkan Kyrill ein Thema, weil es beim Sturm größere Schäden bei der Fichte im Gemeindewald gegeben hat. Seitdem setzt die Gemeinde auf Mischwald. Fichte, Douglasie, Lärche, Buche und Bergahorn dominieren das aktuelle Waldbild. Auf die zunehmenden Temperaturen in der Zukunft wird mit der Pflanzung von Eiche, Linde und Kirsche reagiert, aber auch Pionierbaumarten wie die Birke spielen eine Rolle. Ziel ist es ein möglichst viele verschiedene Baumarten zu beteiligen. Sie sind die Samenbäume von Morgen. Der Rundgang endete bei den ehemaligen Windwurfflächen. Der Jungbestand war vor kurzem zum ersten Mal gepflegt worden, erklärte Förster Roth, um die Fichten durch Entnahme von Konkurrenten stabil zu machen, damit Sturmschäden in Zukunft vermieden werden. Außerdem werden bei der Pflege die Mischbaumarten aktiv gefördert.

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